Warum Newsrooms immer seltener Räume sind

Der Trend ist aus den USA nach Deutschland gekommen: Immer mehr Redaktionen haben einen Newsroom eingeführt. Beeindruckend ist beispielsweise der gigantische Newsroom der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Manche Medienhäuser (wie die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg) haben sogar die Chance eines Neubaus genutzt, um einen Newsroom einzurichten.

Warum haben Redaktionen, aber auch Abteilungen für Unternehmenskommunikation dies gemacht? Bei mehr als einem Ausspielkanal (neben Print oder Fernsehen in der Regel Social Media, die Website etc.) ist eine ständige Abstimmung nötig. Diese klappt besser in einem gemeinsamen Büro der Beteiligten statt über verschiedene Flure verteilt.

Corona hat den Trend verstärkt

Heute ist der Begriff Newsroom aber längst nicht mehr auf die Räumlichkeiten begrenzt. Die Corona-Pandemie hat dem Trend einen weiteren Schub gegeben, dass das Konzept Newsroom immer öfter auch digital (vor allem über MS Teams) abgebildet wird.

Dieser Trend wird sich verstärken. Denn wenn im Newsroom nicht alle Plätze besetzt sind oder es freie Platzwahl (wie in einem Multispace oder Großraumbüro) gibt, geht der ursprüngliche Sinn von funktionalen Arbeitsplätzen verloren.

Dieses Verständnis eines Newsrooms ist alles andere als ein Auslaufmodell. Newsroom-Experte Christoph Moos gibt im neuen Buch „Journalismus und PR. Arbeitsweisen, Spannungsfelder, Chancen“ (Jana Wiske/Markus Kaiser) in einem Interview einen Einblick, wie ein Newsroom erfolgreich eingeführt werden kann, welche Rollen es im Newsroom gibt und welche Trends er sieht.