Digital statt Großraumbüro: Das Ende des klassischen Newsrooms?

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Medienunternehmen, aber auch Kommunikationsabteilungen von Unternehmen Newsrooms eingerichtet. Wände wurden herausgerissen, neue Organisationsstrukturen und Abläufe etabliert und immer weiter verfeinert. Und dann kam Corona. Die Redaktionen waren (bzw. sind es zum Teil noch) verwaist. Von einem Tag auf den anderen wurde remote gearbeitet.

Im Newsroom 2.0 könnten sich Journalistinnen und Journalisten digital vernetzen und aus dem Café arbeiten, statt im Großraumbüro zu bleiben. Foto: Pixabay

Was kommt jetzt? In verschiedensten Branchen ist es nicht mehr vorstellbar, dass das Rad komplett zurückgedreht wird, jeder wieder jeden Tag brav ins Büro spaziert und nine to five arbeitet. Corona kann man als Katalysator für neue Arbeitsweisen betrachten; der Virus hat New Work den Weg bereitet. New Work war aber auch ohne Corona schon länger ein großes Thema – vor allem bei den jüngeren Arbeitnehmer/innen. Sie wollten sich weder diktieren lassen, wann sie arbeiten (unter tags? nachts?), noch an welchem Ort (Café? Strand? Homeoffice? Multispace? Coworking?) noch auf welche Weise. Nur wer auf die Bedürfnisse dieser Generation eingeht, wird auch weiterhin die besten für sich werben können.

Deshalb lohnt es sich, den klassischen Newsroom neu zu denken. Wie kann ein digitaler Newsroom aussehen, bei dem die Redakteurinnen und Redakteure nicht in einem Raum sitzen? Welche (Planungs-)Tools braucht es? Welche fixen Konferenzzeiten? Welche Abläufe? Welche Rollen für Mitarbeiter/innen? Und wie stellt man den Informationsfluss sicher, ohne dass es aber auch ein zu viel an Infos gibt.

Es lohnt sich für Medienunternehmen und die Unternehmenskommunikation, diese Fragen für einen digitalen Newsroom zu stellen. Und Redaktionen und Unternehmen, die derzeit einen gigantischen neuen Newsroom vielleicht sogar bauen wollen, sollten zunächst einmal die digitale Alternative durchspielen – nicht dass sie umsonst viel Geld in den Sand setzen.

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